Bewegte Zeiten

Ganz persönlich  /  Protokolle Mauritius Much  /  © Fotos oel Micah Miller, Dirk Bruniecki (3), Patrick Lux, Dirk Bruniecki  /  September 2017

Es ist ein Sportereignis, das alle vier Jahre die Welt zusammenführt: Allianz Sports mit rund 1000 Mit­arbeitern aus 62 Ländern findet 2018 in München statt. Wir haben sechs deutsche Athleten beim Training für die Qualifikation begleitet

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ie Motivationen der sechs Sportler, die unsere Redaktion bei den Vorbereitungen begleitet hat, sind so vielfältig wie die 132 Disziplinen der inter­nationalen Allianz Olympiade – von ­»Da­bei sein ist das Wesentliche« über »Ich will Edelmetall gewinnen« bis zum persönlichen Comeback nach einem Unfall. Eines haben die Athleten aus allen Ländern gemeinsam: Es geht um große Emotionen. 2018 finden die Allianz Sports zum achten Mal statt, diesmal in München. Während Länder wie Japan, Thailand oder Slowenien nur einen Sportler nominieren werden, schickt Deutschland mit 200 Athleten das größte Aufgebot. Mehr als 800 Sportler haben sich dafür beworben. Das macht die Qualifikationen zu einem fast so spannenden Event wie die Allianz Sports selbst. Hinter den Kulissen arbeitet ein sechsköpfiges Orgateam, beantwortet Teilnehmerfragen, reserviert Hotelzimmer und geht auf Helfersuche. Für die letzte Qualifikation am 23. September in Köln werden noch ­Allianzer gesucht, die als Streckenposten oder bei der Unterstützung der Kampfrichter helfen wollen. Bitte melden unter sports2018@allianz.de.

Rolf Wiswesser, 54

Vorstand Sach-Makler-Geschäft
der Allianz Versicherungs-AG.
Disziplinen: Weitsprung, 200, 400 und 800 Meter

»Bei den Allianz Sports habe ich noch eine Rechnung offen: Im Weitsprungvorkampf vor elf Jahren hatte ich mich für den Endkampf qualifiziert – mit einer Weite, die für Silber gereicht hätte. Doch leider habe ich mir bei einem weiteren Versuch einen Muskel­faserriss zugezogen und konnte nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Danach arbeitete ich zehn Jahre nicht bei der Allianz und nahm deshalb nicht teil. Jetzt will ich es noch mal wissen und trainiere dafür zweimal die Woche. Dadurch kann ich nach einem stressigen Berufstag auch gut abschalten. Allerdings laufe ich nicht mehr als zwei Kilometer am Stück, sondern trainiere die Schnelligkeit auf kurzen Strecken. Denn für Sprinter sind lange Läufe Gift. Ob es aber wie 1998 oder 2002 für eine Medaille im Weitsprung reicht, ist fraglich. Denn ich starte in einer Altersklasse mit 45-Jährigen. Deshalb gilt für mich das abgewandelte olympische Prinzip: Dabei sein ist das Wesentliche. Denn es ist eine tolle Veranstaltung, und es sind zwei fantastische Tage mit netten Leuten aus vielen Ländern in geselliger Atmosphäre.«

»Ich will es noch einmal wissen. Dafür trainiere ich zweimal die Woche«

Gundel Bergknecht, 46

Senior-Analystin bei der Euler
Hermes Rating GmbH in Hamburg.
Disziplin: Schwimmen

»Die 4 x 100-m-Freistilstaffel vor drei Jahren in Zürich werde ich nie vergessen. In der Schwimmhalle haben die Allianz Mitarbeiter aus aller Welt einen Höllenlärm veranstaltet. Unsere Teamkameraden, auch von anderen Sportarten, haben uns lautstark angefeuert. Und dann schlägt unser Schlussschwimmer auch noch knapp als Erster an. Es war ein unheimlich geiles Gefühl, auch weil wir danach mit der Goldmedaille um den Hals auf dem Siegerpodest standen und die deutsche Hymne hören durften. Von beiden Allianz Sports habe ich reichlich Medaillen mit nach Hause gebracht, deshalb liegt die Messlatte natürlich sehr hoch. Ich will mich nicht nur für die Wettbewerbe in München im kommenden Jahr qualifizieren, sondern auch wieder Edelmetall gewinnen. Ob ich allerdings alle neun Einzelwettbewerbe schwimmen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht lasse ich die Bruststrecken aus, weil ich in den Stilen Schmetterling, Rücken und Kraul einfach stärker bin. Mittlerweile trainiere ich manchmal mit meinem zwölfjährigen Sohn, habe aber kaum noch eine Chance gegen ihn.«

»GOLDMEDAILLE, SIEGERPODEsT, HYMNE – das war Ein unheimlich geiles gefühl«

Marc Fluß, 35

Revision Sach und Vertrieb
in Unterföhring.
Disziplin: Golf

»Als ich Mitte der 1980er-Jahre mit etwa drei Jahren begonnen habe, Golf zu spielen, gab es kaum Kinderschläger. Deshalb hat mein Vater einfach einen für Erwachsene abgeschnitten. Mit dem konnte ich mich dann austoben. Heute bin ich Golftrainer der Professional Golfers Association of Germany und will mich beim Qualifikationsturnier in St. Leon-Rot in Baden-Württemberg für die Allianz Sports 2018 qualifizieren. Der Platz dort ist aufgrund seiner ­Länge und seines Layouts anspruchsvoll. Um mich so gut wie möglich darauf vorzubereiten, versuche ich, zweimal pro Woche ein paar Bälle zu schlagen. Darüber hinaus halte ich mich durch Laufen mit Kollegen, Krafttraining und regelmäßige Dehnübungen fit. Auf meine Ernährung achte ich dabei nur eingeschränkt. Ich versuche aber, meinen Zuckerkonsum zu begrenzen.«

»Mit drei Jahren habe ich angefangen. mit einem abge­schnit­tenen schläger für erwachsEne«

Dieter Leidl, 56

Inhaber einer Generalvertretung
im fränkischen Roth
Disziplin: Halbmarathon

»Laufen ist eine ehrliche Sportart. Es gibt keine besondere Technik, man muss es einfach in den Beinen haben. Und es ist ein toller Ausgleich zum Beruf. Ich kann spontan und quasi überall aktiv werden. Währenddessen komme ich aber auch öfter auf gute Geschäftsideen. Ich laufe seit 20 Jahren ambitioniert, fördere ein Leichtathletikteam in Roth, organisiere ehrenamtlich einen Straßenlaufwettbewerb und habe bereits an vier Allianz Sports teilgenommen. Einmal habe ich dabei die Goldmedaille geholt, einmal Silber und einmal Bronze. Dieses Mal bin ich bescheidener. Denn vor einem Jahr hatte ich ohne eigene Schuld einen heftigen Rennradunfall, bei dem mich ein Pkw über den Haufen fuhr. Acht Monate lang durfte ich keinen Sport machen. Zum Glück kann ich jetzt wieder einigermaßen beschwerdefrei laufen und kämpfe darum, mich zu qualifizieren. Hauptsache ich bin beim Heimspiel in München dabei.«

»Laufen ist
eine ehrliche
sportart«

Michael Ankerst, 45

Referatsleiter für Kundendaten und Analyse im Markt­management in Unterföhring.
Disziplinen: Schach

»Bei Allianz Sports 2014 habe ich Gold gewonnen. Ein Erfolg, den ich gern wiederholen würde. Aber das wird nicht leicht, zumal schon das Qualifikationsturnier im September in Köln eine große Herausforderung darstellt. Denn die deutschen Allianz Mitarbeiter sind im Schach sehr gut. Der Bronze­gewinner und der Fünfte von 2014 kamen auch aus Deutschland. Deshalb werden einige gute Spieler in der Qualifikation scheitern. Hoffentlich nicht ich. Daher werde ich im Vorfeld trainieren. Zum einen schaue ich mir an, wie Profis die Eröffnungsvarianten, die ich spielen will, umsetzen. Zum anderen versuche ich, verschiedene Aufgabenstellungen aus Büchern oder von Schach-Websites zu lösen. Dort findet man eine bestimmte Figurenkonstellation und muss zum Beispiel Weiß in sechs Zügen matt setzen. Zum Ausgleich jogge ich oder werde von meiner Tochter sportlich gefordert. Denn wer körperlich fit ist, kann sich auch am Brett besser konzentrieren. Mit sechs Jahren habe ich mit dem Schach begonnen, später dann vier Jahre in der 1. Bundesliga gespielt. Meine Mutter ist mit 72 Jahren dort bei den Damen immer noch aktiv und spielt gegen Konkurrentinnen, die Jahrzehnte jünger sind als sie.«

»WER KÖRPERLICH FIT IST, KANN SICH AM SCHACHBRETT BESSER KONZENTRIEREN«

Sandra Soulier-Martin, 34

Kundenberaterin in einer Allianz Agentur in Balingen, südlich von Stuttgart.
Disziplin: Tennis

»Vor drei Jahren habe ich auf einem Seminar zwei Kollegen kennengelernt, die schon an den Allianz Sports teilgenommen hatten. Sie waren von der ­Atmosphäre und dem Teamgeist beeindruckt. Das wollte ich auch erleben, also habe ich mich angemeldet. Mein großes Ziel ist es jetzt, mich für den Wettbewerb im kommenden Jahr zu qualifizieren. Ich weiß, dass andere Spielerinnen definitiv mehr Talent haben als ich. Also muss ich auf Schnelligkeit, Ausdauer und Geduld setzen. Kurz: Ich spiele jeden Ball zurück ins Feld. Dazu kommt ein taktisch sinnvoller Spielaufbau, um die Gegnerinnen aus dem Konzept zu bringen. Neben den Matches in der Verbandsliga und dem Training auf dem Platz mache ich deshalb mehrmals die Woche Sprint- und Intervall-Laufübungen. Schließlich will ich schnell, aber auch ausdauernd sein. Meine beiden Kinder inte­griere ich dabei schon mal ins Training. Der Sechsjährige fährt beispielsweise mit dem Fahrrad, und ich laufe neben ihm her. Das ist ein schönes Joggingtempo. Wenn die Kinder im Bett sind, setze ich mich gern noch aufs Spinningbike. So komme ich auf acht bis zehn Stunden Training. Das reicht hoffentlich für München.«

»ZIEL ist es, die gegnerinnen aus dem konzept zu bringen«
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